Collodi,
Barockgarten der
Villa Garzoni
Pinocchio
in der
Toskana
Fotos und Informationen
aus Italien,
Reiseberichte mit Bildern
Collodi ist ein Bergdorf in der Toskana. Der Name soll zurückgehen auf eine befestigte römische Siedlung Forum Claudii, die die alte Römerstraße Via Clodia sicherte. Collodi wurde bekannt durch die Villa Garzoni mit ihrem Barockgarten. Außerdem lebten hier die Großeltern von Carlo Lorenzini, dem Schöpfer der Kindergeschichte des Pinocchio. Er verbrachte einen großen Teil seiner Kindheit hier und legte sich den Künstlernamen Carlo Collodi zu.
Der Barockgarten
Den Bau der Villa gab Romano di Alessandro Garzoni zu Anfang des 17. Jahrhunderts in Auftrag. Erst nach ihrer Fertigstellung wurde der Barockgarten angelegt und 1652 vollendet. Im Gegensatz zu vielen anderen Parks und Gärten der Gegend wurde er nicht in einen englischen Landschaftsgarten umgestaltet sondern behielt sein ursprüngliches barockes Aussehen.
Ein Blickfang beim Betreten des Gartens ist die barocke Treppenanlage mit ihren Balustraden. Von oben hat man einen guten Überblick.
Wasserkaskaden
Oberhalb der Treppenanlage fließt Wasser in Kaskaden zu Tal. Oben wird es von einer Statue der
Fama ausgespuckt.
Statuen
Auf den Terrassen des Hügels stehen Statuen von Bauern und Göttern, teilweise in versteckten Grotten.
Erklärungen gibt es kaum. Ich nehme mal an, hier sitzt die römische Personifikation des Ruhmes, die
Gloria.
Hier geht es auch nicht gerade zimperlich zu. Links wird ein dreiköpfiger Drache erschlagen, in der Mitte gar ein Mensch. Ich würde mal auf Herkules (Herakles) tippen. Und was die beiden Gnome rechts auf der Balustrade vorhaben, ist mir auch nicht ganz geheuer.
Die Dame mit der Maske zeigt an, dass sich hier ein kleines Theater, eine Freilichtbühne, im Grünen verbirgt.
Labyrinthe
Am Scheideweg des Labyrinths die alles entscheidende Frage: Rechts oder Links? (Mehr über
Labyrinthe)
Und manche Treppe führt hinab in unergründliche Tiefen...
Aussicht in die Ebene östlich von Lucca.
Pinocchio
Collodi hat eine besondere Beziehung zu der Kinderbuchfigur Pinocchio. In der Villa Garzoni arbeiteten die Eltern von Angela Orzali, der Mutter von Carlo Lorenzini. Er war der Verfasser der Fortsetzungsgeschichte
Die Abenteuer des Pinocchio, die 1881 in einer italienischen Wochenzeitung erschien. Pinocchio war eine kleine Holzfigur, vielleicht aus Pinienholz, daher der Name. Die Geschichte fand so viel Zuspruch, dass Lorenzini ein Buch mit den Abenteuern von Pinocchio herausbrachte, das bereits 1905 auch in deutsch erschien. Da er als Kind oft hier bei seinen Großeltern war, legte er sich den Künstlernamen Carlo Collodi zu. Der Pinocchio-Park in Collodi ist sehr beliebt bei Familien.
Das Schmetterlingshaus
Einen Kontrast zum Barockgarten Giardino Garzoni bildet ein großes Schmetterlingshaus, in dem tropisches Klima herrscht. Hier kann man nicht nur Schmetterlingen, sondern auch anderen erstaunlichen Insekten begegnen.
Weitere Fotos von Schmetterlingen, vor allem aus dem Fichtelgebirge, sehen Sie hier:
Schmetterlinge und Raupen
Links lt. Beschreibung eine
Zweifleck Mordwanze, ich glaube im Deutschen ist der Begriff
Raubwanze gebräuchlicher. Daneben Schmetterlingspuppen (Kokons).
Durch eine Glasscheibe kann man das Treiben in einem Bienenstock beobachten.
Stabschrecken sind Meister der Tarnung. Hier eine
Annam-Stabschrecke, Medauroidea extradentata.
Ein Greifwerkzeug am Hinterleib, vielleicht auch das Sexualorgan.
Noch einige Impressionen aus dem Park der
Villa Garzoni: Schwanenteich, Wasserspiele, Schattenspiele und Mauerblümchen
In der Kirche von
Collodi wird Jesus von einer schwarz gekleideten Maria betrauert.