Fotos und Informationen:


Von Rudolphstein
bis Hirschberg


Bilder von der
Innerdeutschen Grenze
Rudolphstein

Rudolphstein
Das Brückenrasthaus Frankenwald
ist ein markanter Punkt in Rudolphstein.

Rudolphstein


war für mich immer verbunden mit dem Grenzübergang zur DDR. Da ich zu DDR-Zeiten nie "drüben" war, war es auch so etwas wie das Ende der Autobahn, das Ende Deutschlands oder das Ende der Welt.

Die Grenzöffnung

Als am 9. November 1989 das Politbüromitglied Günter Schabowski auf eine Frage des Reporters Riccardo Ehrman im DDR-Fernsehen dem verblüfften Publikum die Grenzöffnung verkündete, stauten sich schon in der Nacht zum 10. die Fahrzeuge von Norden her. Weder die Grenzorgane im Osten noch die im Westen waren darauf vorbereitet. Es war eine kalte Novembernacht und die meisten Trabi-Fahrer kamen nach der langen Wartezeit völlig durchgefroren im Westen an. Die aussiedeln und bleiben wollten, wurden auf Auffanglager in ganz Nordbayern verteilt. Besucher, die später wieder zurück wollten, konnten zu ihrer Verblüffung fahren wohin sie wollten. Auf dem nächsten großen Parkplatz hatte das Rote Kreuz eine Versorgungsstation eingerichtet, wo sich die Menschen aufwärmen konnten. Die Tankstellen hatten Probleme, solche Mengen an Benzin-Öl-Gemisch für die Zweitakter-Motore der Trabis bereitzustellen, das bisher im Westen nur für Mopeds und Rasenmäher gebraucht wurde.

Unten ein Bild von 1968, als das Brückenrasthaus Frankenwald
in Rudolphstein gerade im Bau war und rechts das gleiche
im Verkehrschaos der Grenzöffnung November 1989.
Bau des Brückenrasthauses Frankenwald 1968
Die Grenzöffnung im November 1989 am Brückenrasthaus Frankenwald in Rudolphstein

Brücke der Deutschen Einheit

Die Autobahnbrücke über die Saale bei Rudolphstein

war eine steinerne Gewölbebrücke, die als Brücke der Reichsautobahn München - Berlin am 27. September 1936 dem Verkehr übergeben wurde. Sie war zweigeteilt, d.h. für jede Richtungsfahrbahn war praktisch eine eigene Brücke vorhanden. In den letzten Kriegstagen des 2. Weltkrieges hat man versucht sie zu sprengen. Dabei wurde sie so stark beschädigt, dass sie nicht mehr befahrbar war. Erst ab 1964 wurde sie instandgesetzt und 1966 wieder dem Verkehr übergeben.

Durch den dreispurigen Ausbau der A9 musste auch sie verbreitert werden. Man löste das Problem, indem man eine moderne Spannbetonbrücke neben die alte setzte, auf der jetzt die drei Spuren Richtung Norden führen.

Die Brücke der deutschen Einheit

Sie heißt jetzt Brücke der deutschen Einheit und überquert die Sächsische Saale und damit die Grenze zwischen den Bundesländern Bayern und Thüringen.
Brücke der Deutschen Einheit in Rudolphstein
Saalebrücke bei Rudolphstein

Autobahnbrücke Rudolphstein
Autobahnbrücke über die Saale bei Rudolphstein
Wo früher Sperranlagen und Abfertigungsgebäude die Reisenden oft stundenlang aufhielten, kann heute der Verkehr ungehindert fließen.
Autobahn München - Berlin bei Rudolphstein und Sachsenvorwerk

Die gesprengte Saalebrücke in Rudolphstein 1965
Die zerstörte Saalebrücke in Rudolphstein 1964
Die gesprengte Saalebrücke in Rudolphstein 1958

Saalebrücke: Sprengung des beschädigten Bogens
Am 13. April 1965 wurde ein Bogen, der stark beschädigt und nicht mehr instandzusetzen war, gesprengt.
Im Oktober 1964 fand man am Fuß eines Pfeilers zwei nicht explodierte englische Fliegerbomben (Blindgänger). Eine wurde entschärft und zerlegt, die zweite unter für die damalige Zeit großem DDR-Medienspektakel abtransportiert.
Abtransport der zweiten englischen Fliegerbombe

Wiederaufbau der gesprengten Saalebrücke in Rudolphstein 1965
Der Wiederaufbau der Saalebrücke wurde von der DDR durchgeführt. Bezahlt wurde das ganze natürlich von der Bundesrepublik Deutschland. Die Kosten betrugen 5,5 Millionen D-Mark.

Am 19. Dezember 1966 konnte dann nach Fertigstellung des Grenzübergangs endlich der Verkehr fließen.
Wiederaufbau der gesprengten Autobahnbrücke in Rudolphstein 1965

Grenzübergang Rudolphstein im Bau 1965
Gleichzeitig wurde im Hinterland der DDR an den Abfertigungsgebäuden für den Autobahn-Grenzübergang gebaut. Links im Bild 1965, rechts der Zustand 1980.
Autobahn-Grenzübergang Rudolphstein 1980

Grenzübergang Töpen-Juchhöh

Bis zur Wiederherstellung der Autobahnbrücke wurde der gesamte Verkehr über Landstraßen, die enge Tannenbach-Brücke und den Grenzübergang Töpen-Juchhöh umgeleitet.
Tannenbachbrücke 1975 - Ehemaliger Grenzübergang Töpen - Juchhöh

Verbotenes Symbol an der Saalebrücke in Rudolphstein
Im August 2011 bekam ich eine Mail, dass in einem Bericht des MDR erwähnt wurde, dass sich an der Autobahnbrücke der Deutschen Einheit ein verbotenes Symbol befindet und ob ich das wisse. Ich wusste es nicht, also bin ich gleich mal hingefahren und hab recherchiert. Wenn man nicht bewusst danach sucht, fällt es überhaupt nicht auf. Näheres hier:
 Brücke der Deutschen Einheit, Hakenkreuz
Hakenkreuz an der Brücke der Deutschen Einheit in Rudolphstein

Sparnberg

Sparnberg

Unterhalb von Rudolphstein liegt malerisch im Saaletal auf thüringischer Seite das kleine Örtchen Sparnberg mit ca. 170 Einwohnern und der Kirche St. Simon und Judas Thaddäus zu Sparnberg. Schon 1202 wurde es erstmals urkundlich erwähnt. Früher hatte Sparnberg eine Burg, von der allerdings nur noch Mauerreste erhalten sind.
An der Sächsischen Saale bei Sparnberg
Die  Quelle der Saale liegt am  Waldstein im  Fichtelgebirge. Von dort fließt sie nach Norden bei  Blankenstein über die Grenze von Bayern nach Thüringen. In Sachsen-Anhalt durchfließt sie  Halle an der Saale, um schließlich in die Elbe zu münden.

Sparnberg an der Saale
Sparnberg ca. 1983 vom Rasthaus Frankenwald in Rudolphstein gesehen

Der Konsum in Sparnberg

war im Jahr 1961 ein modernes Lebensmittelgeschäft mit fortschrittlicher Selbstbedienung. Der Unterschied im Lebensstandard war zu der Zeit noch nicht so groß.
Der Konsum in Sparnberg im Jahr 1961

Hirschberg an der Saale

war bis 1918 Teil des

Fürstentums Reuß

. Heute gehört es zu Thüringen und dem Saale-Orla-Kreis. Das Schloss auf dem felsigen Hügel wurde 1678 im Barockstil erbaut.
Hirschberg in Thüringen
Schloss Hirschberg

Viele Einwohner der Gegend arbeiteten in der schon 1741 gegründeten Lederfabrik, die zeitweise der größte Schuhlederhersteller Deutschlands war. Früher hieß sie Lederfabrik Knoch, nach der Enteignung der Familie Knoch 1947 VEB Lederfabrik Hirschberg. Nach der Wende wurde die Lederfabrik 1990 in eine GmbH umgewandelt und von einem österreichischen Lederfabrikanten übernommen. Die durch das sozialistische System heruntergewirtschaftete Fabrik ging aber schon 1993 in Konkurs, der größte Teil der Fabrikgebäude wurde abgerissen.

Nach der Grenzöffnung baute man eine Behelfsbrücke über die Saale. Das Banner auf thüringischer Seite weist sie als Brücke der Freiheit aus.
Lederfabrik Hirschberg
Lederfabrik Hirschberg

Gerbfass mit 12 Kubikmeter Fassungsvermögen

Das Museum für Gerberei- und Stadtgeschichte Hirschberg

wurde in einem verbliebenen, unter Denkmalschutz stehendem, Fabrikgebäude eingerichtet.

In dem großen hölzernen Gerbfass rechts oben, mit 12 Kubikmeter Fassungsvermögen, wurden die Tierhäute in einer Flüssigkeit mit Chromsalzen ständig bewegt. Solche Gerbfässer waren bis 1993 im Einsatz. Das Verfahren nennt man Chromgerbung. Es wurde im 19. Jahrhundert entwickelt. Schon nach zwei Tagen kann man die Häute in der Fertigungsstufe wet blue wieder entnehmen. Der Vorteil der schnellen Gerbung wird durch den Nachteil der chromhaltigen Abwässer erkauft, welche die Saale in früheren Jahren stark belasteten.

Am Museum stehen drei Steinfiguren. Sie zeigen
  • einen Scherer beim Entfleischen und Entfetten der Tierhäute
  • einen Arbeiter mit der Äscherzange, mit der die Häute in der Wasserwerkstatt aus den Wasserbottichen oder -gruben geholt wurden und
  • einen Gerber mit dem Firmenlogo, darauf die Buchstaben HK für Heinrich Knoch.
Die Figuren waren früher für die Hirschberger nicht zu sehen, befanden sie sich doch an der Wand zur Saale hin, welche die Grenze zur Bundesrepublik darstellte. Auf bayerischer Seite befindet sich die Ortschaft Untertiefengrün, die Brücke dazwischen war gesprengt und erst nach der Wende schaffte man wieder eine Verbindung.
Steinfiguren der Lederfabrik Hirschberg

Steinfiguren an der Lederfabrik Hirschberg
Die Steinfiguren an der Außenwand der Lederfabrik Hirschberg aus einem Zeitungsausschnitt der Frankenpost vom 5.12.1992.
Die Lederfabrik Hirschberg und die zerstörte Saalebrücke im Dezember 1988
Lederfabrik Hirschberg 1988

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