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Totentanz

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Makabere Darstellung von Totentänzen in einer Kirche, was hat das für einen Sinn?

Totentänzen als Malerei, auch bekannt als Danse Macabre, schreibt man während des Mittelalters und der Renaissance mehreren Zwecke in der Kirche zu:
  • Moralische Lehre: Totentänze sollten eine moralische Botschaft vermitteln, nämlich dass der Tod unausweichlich ist und dass alle Menschen, unabhängig von ihrem Stand im Leben, dem Tod gegenüberstehen müssen. Diese Darstellungen sollten die Betrachter dazu anregen, über die Vergänglichkeit des Lebens nachzudenken und ihr Leben entsprechend zu führen.
  • Erinnerung an die Endlichkeit des Lebens: Die Totentänze sollten die Gläubigen daran erinnern, dass das Leben vergänglich ist und dass es wichtig ist, sich auf das Jenseits vorzubereiten. Dies sollte dazu beitragen, die Menschen zu einem frommen und tugendhaften Leben zu ermutigen, indem sie sie an die Vergänglichkeit ihres irdischen Daseins erinnern.
  • Kritik an der weltlichen Macht: Manche Totentänze enthielten auch politische und soziale Botschaften. Sie kritisierten oft die Machtstrukturen und die Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft, indem sie den Tod als den großen Gleichmacher darstellten, der sowohl Könige als auch Bettler gleichermaßen mit sich nimmt.
  • Trost schenken: Obwohl Totentänze oft düster und beunruhigend erscheinen mögen, wurden sie auch als Trost für diejenigen betrachtet, die mit dem Tod konfrontiert wurden. Sie stellten den Tod nicht als etwas Furchterregendes dar, sondern als etwas, das natürlich und letztlich unvermeidlich ist.
Insgesamt dienten Totentänze offiziell also dazu, die Gläubigen zu moralischem Handeln anzuleiten, sie an die Endlichkeit des Lebens zu erinnern und gegebenenfalls Kritik an den bestehenden sozialen Strukturen zu üben.

Kirche: Machterhalt durch Angst

Totentänze könnten auch dazu gedient haben, Angst zu machen, insbesondere um die Macht und Autorität der Kirche zu festigen. Hier sind einige Wege, wie Totentänze zur Erzeugung von Angst und damit zur Stärkung der kirchlichen Macht beigetragen haben könnten:
  • Kontrolle und Macht durch Angst: Indem sie die Vorstellung des Todes und des Jüngsten Gerichts verstärkten, konnte die Kirche die Gläubigen dazu bringen, sich an ihre Lehren und Autorität zu halten, aus Angst vor den Konsequenzen im Jenseits.
  • Abschreckung: Die Darstellung des Todes und seiner unausweichlichen Natur könnte als Warnung dienen, um die Menschen davon abzuhalten, gegen die Lehren der Kirche zu verstoßen oder sündhaftes Verhalten zu zeigen.
  • Verstärkung der Abhängigkeit von der Kirche: Durch die Betonung der Vergänglichkeit des Lebens und die Angst vor dem Tod könnte die Kirche die Gläubigen dazu ermutigt haben, sich verstärkt an sie zu wenden, um spirituelle Sicherheit und Erlösung zu suchen.
  • Kontrolle der Moral: Totentänze könnten auch dazu gedient haben, die moralische Ordnung aufrechtzuerhalten, indem sie die Gläubigen dazu ermutigten, sich an die moralischen Vorstellungen und Normen der Kirche zu halten, um die drohenden Konsequenzen im Jenseits zu vermeiden.
Die Darstellung von Totentänzen war also wahrscheinlich auch ein Mittel zur Erzeugung von Angst, um die Kontrolle der Kirche über die Gläubigen zu stärken und ihre Macht zu festigen.

Ein Gedicht über Totentänze?

Ich habe mal eine KI beauftragt. Das Ergebnis ist durchaus verblüffend, nur wenig habe ich es verbessert. So könnte es auch ein Mensch aus Fleisch und Blut geschrieben haben:

Totentanz


In finsteren Nächten, im Schatten verborgen,
erklingt der Gesang von den Toten am Morgen.
Ein Reigen aus Geistern, ein düsterer Tanz,
der Tod hält sie fest in seinem kühlen Kranz.

Sie tanzen im Kreise, in endlosen Runden,
Die Seelen verloren, im Tanze gewunden.
Verwelkte Blumen, verblasste Gestalten,
Sie wandeln gemeinsam durch endlose Spalten.

Im Mondschein tanzen sie durch die Nacht,
die Geister, leise, mit und ohne Pracht.
Ein Totentanz, so kalt und still,
durch Schatten, der sich regen will.

Die Geigen erklingen, die Trommeln sie schlagen,
Im Tanz haben sie sich verbunden, getragen.
Ein Spiel ohne Ende, ein Tanz ohne Licht,
Die Ewigkeit schaut aus ihrem Gesicht.

Die Skelette, sie klappern leise,
in ihrem makabren Reigen, eine eigene Weise.
Mit Tritten schwer, doch tänzelnd, echt,
verkünden sie des Todes gerechtes Geschlecht.

In diesem Tanz liegt auch eine Lehre,
das Leben ist kurz, die Zeit nicht entehre.
Wir alle sind Teil dieses düsteren Spiels,
bis der Tod uns beruft, mit geheimnisvollem Ziel.

Ein jeder Griff, ein sanfter Hauch,
ein Tanz, der führt zum letzten Rausch.
Im Totentanz, man sich besinnt:
Das Leben endet, doch der Tanz beginnt!

Verwelkt sind Blumen, bleich das Fleisch,
im Totentanz, da weicht der Leib dem Geist.
Doch in der Nacht, im Mondenschein,
tanzen sie weiter, für alle Ewigkeit, allein.

So betrachte den Totentanz mit Bedacht,
erinnere dich an die Vergänglichkeit der Nacht.
Denn im Tanz der Toten liegt auch eine Chance,
zu leben zufrieden in Liebe und Glanze.

Frei nach ChatGPT
Totentanz
Kopien der Totentanz-Fresken von Beram (Pazin) auf Brijuni
Kopien der Totentanz-Fresken von Beram (Pazin) auf Brijuni Totentänze

Verschiedene Künstler haben sich dem Thema angenommen:

 Johann Wolfgang von Goethe:
Totentanz (1815)


 Bertolt Brecht:
Salzburger Totentanz (1948)


 Rainer Maria Rilke:
Toten-Tanz (1908)


 Heinrich Heine:
Traumbild Nr. 8 (1822)


... und viele andere.


Schockierende Abbildungen von
Tod und Hölle findet man auch in
 Florenz


Bücher über Kirchen-Kritik