Pisa |
Toskana |
Fotos und Informationen aus Italien
Reiseberichte mit Bildern |
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Pisa
ist eine lebhafte Universitätsstadt in der
Toskana
am Fluss Arno mit fast 100 000 Einwohnern. Weltbekannt wurde sie
jedoch durch einen Fehler.
Als im 7. Jahrhundert v.Chr. hier Griechen siedelten, lag es an einer Lagune und hatte einen kleinen Hafen, der später von den Römern ausgebaut wurde. Die Lagune und der Hafen verlandeten, und so liegt Pisa heute mehr als 10 km vom Meer entfernt. Auch der Untergrund der Stadt ist Schwemmland aus Lehm und Sand, und daher alles andere als fest. Dass man besser nicht auf Sand baut, hätten die Dombaumeister Bonannus und Guglielmo schon aus der Bibel (Matthäus 7,26) erfahren können. Sie ließen sich davon jedoch nicht abhalten und legten lt. einer Inschrift im Jahr 1173 den Grundstein für den Campanile. Schon während des Baus neigte sich der Turm, und so wurden die Bauarbeiten ab und zu eingestellt, dann wurde doch weitergebaut, und mit verschiedenen Maßnahmen versuchte man den Turm wieder gerade zu richten. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurde die Neigung so groß, dass man ihn für Besucher sperren und ein Umstürzen befürchten musste. Seine obere Platform hing fast 5 m aus der Senkrechten. Mit verschiedenen Maßnahmen konnte man ihn wieder so weit aufrichten, dass er heute wieder sicher steht und bestiegen werden kann. Die Maßnahmen zum Geraderichten waren so erfolgreich, dass man ihn mit der Zeit vollständig in die Senkrechte hätte bringen können. Aber was wäre Pisa mit einem geraden Turm! Deshalb begnügte man sich mit einer teilweisen Aufrichtung. Jeden Tag machen hunderte von Touristen auf der Wiese vor dem Turm die seltsamsten Verrenkungen, und Fotografen wälzen sich im Gras, um das ultimative Foto eines Hünen zu schießen, der den Turm am Umfallen hindert. |
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Das romanische Baptisterium (Battistero di Pisa) ist die Taufkirche des Doms. Im Jahr 1152 begann man mit dem Bau und erst 1358 wurde es mit der Kuppel vollendet. Mit 107 m Umfang und 54 m Höhe ist es eine der größten Taufkirchen der Welt. |
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Im Innern fällt sofort die große freistehende sechseckige Marmor-Kanzel ins Auge. Sie wurde in den Jahren 1255 - 1260 von Niccolo Pisano (Nicola Pisano) angefertigt. Das Kanzelbecken ist mittels einer Holztreppe erreichbar und wird von sieben Säulen getragen, die teilweise auf Löwenstatuen stehen. |
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| Das Lesepult wird von einem Adler gestützt und die Brüstung ist reich mit Marmorreliefs verziert. | ||
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Vor
dem Altarraum mit drei Buntglasfenstern und seinem eher schlichten Altar
befindet sich das achteckige
Taufbecken,
geschaffen im Jahr 1246 von Guido Bigareli da Como. In der Mitte steht eine Statue Johannes des Täufers, die 1929 Italo Griselli hinzufügte. |
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Grabsteine im Fußboden zeugen davon,
dass sich auch im Baptisterium Adlige und Reiche bestatten ließen. |
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Um das Baptisterium rankt sich eine wilde
Zahlenmystik (Numerologie, Zahlensymbolik),
die wohl zur
Esoterik
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Am romanischen
Dom Santa Maria Assunta
wurde im 11. und 12. Jahrhundert fast 200 Jahre lang gebaut.
Bei einem Sieg über die Sarazenen im Jahr 1063 erbeuteten die Pisaner sechs mit
Schätzen reich beladene Sarazenenschiffe. Die Kriegsbeute ermöglichte es ihnen,
diese monumentale Kathedrale mit großen Mengen Carrara-Marmor zu beginnen.
Der
Schiefe Turm
gehört eigentlich dazu, als abgesetzter Glockenturm (Campanile).
Ein Gotteshaus mit Kriegsbeute zu bezahlen, also auch mit dem Leben vieler Menschen (Feinde!), zeigt aber auch den erschreckenden Zustand der damaligen Kirche, die eigentlich christliche Nächstenliebe und Frieden predigen sollte. |
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Die fünfschiffige romanische Säulenbasilika wurde das Vorbild für viele Kirchenbauten in der Toskana. |
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Die bekannte Porta di San Ranieri wurde nach dem Schutzpatron Pisas, dem Heiligen Rainer von Pisa, benannt. Die Türflügel aus Bronze wurden um 1180 von einem Meister Bonannus gegossenund zeigen Szenen aus dem Leben von Jesus und Maria. |
Das Heilige Abendmahl Auch hier ist einer der Jünger schlafend im Schoß von Jesus dargestellt, was mir noch niemand schlüssig erklären konnte. Im Gegensatz zu vielen späteren Darstellungen trägt der Schlafende jedoch keine weiblichen Züge. Dan Brown aufgrund späterer Kunstwerke, dass es sich in Wirklichkeit um Jesu Ehefrau handelt, vielleicht |
Johannes der Täufer tauft Jesus im |
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Ein herausragendes Kunstwerk ist die 1302 bis 1312 von Giovanni Pisano hergestellte sechseckige Marmorkanzel. Giovanni war der Sohn und Schüler von Niccolo Pisano, der die Kanzel im Baptisterium anfertigte. Er hat die Kanzel im Dom ähnlich wie die seines Vaters entworfen, aber reichhaltiger ausgestaltet und verziert. So sind die Säulen hier teilweise als Figuren gestaltet: Der Erzengel Michael, Samson (Herkules), Jesus Christus, Ecclesia und drei Frauenfiguren, die die Kardinaltugenden Glaube, Liebe und Hoffnung darstellen. |
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Die Kanzelbrüstung
trägt Marmorreliefs mit Szenen aus dem Neuen Testament. Wie im Baptisterium stützt ein Adler das Lesepult. |
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Der überquellende Reichtum an Kunstschätzen im Dom spiegelt den Reichtum der Stadt in dieser Zeit wieder. |
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In der Nordwestecke des Campo dei Miracoli befindet sich ein alter jüdischer Friedhof. Reste der Stadtbefestigung ziehen sich von hier nach Süden bis zum Arno hin. |
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Am Arnoufer findet man eine alte Zitadelle, die Citadella Vecchia mit dem restaurierten Guelfenturm Torre Guelfa. |
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| Die kleine gotische Kirche Santa Maria della Spina am Arnoufer stammt aus dem Jahr 1332. Sie ist ein Bethaus (Oratorium) für eine Dorne aus der Dornenkrone von Jesus, die jemand aus dem Heiligen Land mitgebracht haben soll. |
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Wer
von Touristen und alten Gebäuden erst mal genug hat, dem empfehle ich den
Park
Giardino Scotto
an der Bastione di Sangallo in der Nähe der Arnobrücke Ponte alla Fortezza. |
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| Auf dem Rückweg sollte man noch die Piazza dei Cavalieri, den Platz der Ritter, besuchen. Der prächtige Renaissance-Palast Palazzo dei Cavalieri, auch Palazzo della Carovana war ab dem 16. Jahrhundert der Hauptsitz der Ritter des Stephansordens. Vor dem Eingang steht ein Standbild von Großherzog Cosimo I., des Ordensgründers. Vorher war das Gebäude der Palast der Stadtältesten. Seit 1810 ist es eine Elite-Schule. | ||
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Links daneben der Palazzo dell'Orologio, der Uhrenpalast, der 1607 ebenfalls für den Stephansorden errichtet wurde. |
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| Rechts daneben die Ordenskirche Santo Stefano dei Cavalieri aus dem 16. Jahrhundert. |
Ein Spaziergang durch die engen Gassen der Altstadt gehört natürlich dazu. Im Gegensatz zu Florenz halten sich die Touristenströme hier in Grenzen. |
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