 Flucht über den Himalaya: Tibets Kinder auf dem Weg ins Exil Maria Blumencron Schwer vorstellbar, dass Eltern (aus Liebe!) ihre Kinder in Turnschuhen über einen 6.000 Meter hohen Himalaya-Pass schicken, damit sie - hoffentlich - auf der anderen Seite eine der Schulen erreichen, die der Dalai Lama in Indien unterhält. Doch tatsächlich machen sich jedes Jahr an die 1.000 Kinder auf Geheiß ihrer Eltern auf eben diesen Weg, der sie aus dem chinesisch okkupierten Tibet in die Freiheit führen soll. Doch längst nicht alle erreichen ihr Ziel. Immer wieder erfrieren Kinder auf diesem langen Weg, den "beschwerlich" zu nennen eine massive Untertreibung wäre. Nicht nur Kälte, Schnee und enorme Strapazen müssen die kleinen Flüchtlinge ertragen, sie leiden auch darunter, dass sie in eine Zukunft voller Ungewissheit gehen. Heimweh plagt sie, und die Kleinen wissen nicht, ob sie ihre Familie je wieder sehen. Maria Blumencron, die für ihren Dokumentarfilm Flucht über den Himalaya viel Lob und zahlreiche Auszeichnungen erhielt, hat nun auch ein Buch zum Thema vorgelegt: die Geschichte von sechs Kindern und einem jungen Mönch, der die Kleinen auf der Flucht führte, die die Autorin im April 2000 begleitete. Ergreifend und bestürzend ist der Bericht, nicht zuletzt weil - auch dies eigentlich unglaublich - das Schicksal dieser Kinder bisher so wenig Beachtung findet. -Hasso Greb |  Stefan Loose Travel Handbücher Tibet Oliver Fülling Tibet - Abenteuer und Kultur im Schneeland Tibet ist in, der Dalai Lama geradezu ein Popstar und der tibetische Buddhismus genießt bei uns Kultstatus. Schneeland, das klingt nach schneebedeckten Bergriesen, buddhistischem Mönchsalltag, Einklang mit der Natur, nach der Romantik umherziehender Nomaden vor einem glasklaren Horizont und einer, nur von den Chinesen gestörten, friedlichen Welt. Aber Tibet ist kein trendiges und schon gar kein einfaches Reiseland. Ganz sicher ist es kein Ziel für Bequeme und Ungeduldige: Extreme Klimabedingungen, dünne, staubtrockene Luft, schlechte Straßen und einfachste Unterkünfte lassen jede Reise anstrengend und für den verwöhnten oder unvorbereiteten Reisenden nicht selten zur Prüfung werden. Eine Reise durch Tibets spektakuläre Naturlandschaften und die Begegnung mit der tiefsitzenden Religiosität und buddhistischen Kultur der Tibeter gehört dafür zu den nachhaltigsten Erfahrungen, mit denen man konfrontiert werden kann. Wer mental und körperlich gut vorbereitet nach Tibet reist, wird zu sich selbst finden, vielleicht sogar sein Denken und Fühlen neu definieren und in jedem Falle eine unvergessliche Zeit in einer der faszinierendsten Regionen der Erde erleben. Das Stefan Loose Travel Handbuch Tibet ist ein kompaktes Nachschlagewerk mit vielen Hintergrundinformationen zu Buddhismus, Geschichte, Politik und Alltag, die dazu anregen sollen, sich eine eigene Meinung zu bilden. Kulturinteressierte finden fundierte Beschreibungen aller Sehenswürdigkeiten, Trekkingreisende erhalten Tipps für die spannendsten Wandertouren und Individualreisende bekommen eine Fülle an Tipps zu Anreise, Unterkünften, Restaurants, Festen, Einkaufs- und Transportmöglichkeiten an die Hand. Über 40 Karten und Pläne helfen bei der Orientierung. Ein umfangreiches Glossar hilft dabei, den Überblick in der tibetischen Götterwelt nicht zu verlieren. Wie in jedem Land hinterlässt der Tourismus auch in Tibet seine Spuren. Unser aller Verhalten wird das Leben dort beeinflussen. Ein tibetisches Sprichwort weiß: Der Begleiter des Reisenden ist sein Schatten, was von ihm zurückbleibt, sind seine Fußabdrücke. Um die Fußabdrücke zu positiven Hinterlassenschaften zu machen, wollen wir dieses Buch stets aktualisieren und freuen uns über Anregungen, Tipps und Erfahrungen. Wer auf interessante Neuigkeiten, Hintergründe oder sehenswerte Orte stößt, sollte uns das bitte wissen lassen. Denn nur so können wir diesen Reiseführer auch in Zukunft aktuell und ausgewogen, informativ und unterhaltsam gestalten. In diesem Sinne wünschen wir allen, die sich mit diesem Travel-Buch auf den Weg durch Tibet machen, einzigartige Eindrücke, Erlebnisse und Erkenntnisse! |  Sieben Jahre in Tibet: Mein Leben am Hofe des Dalai Lama Heinrich Harrer Harrer schildert seine Flucht mit mehreren Kameraden aus einem britischenInternierungslager in Indien im April 1944. Dabei bleibt seine Darstellungrecht zurückhaltend und beschränkt sich auf die Beschreibung der Ereignisse,Landschaften und Menschen, auf die sie trafen. Er zeichnet den Marsch derFlüchtlinge durch Nordindien nach und ihren Aufenthalt im Grenzgebiet West-und Südtibets, wo sie mit Duldung lokaler Behörden in kleinen Siedlungenleben. Als sie im Herbst 1945 endgültig aus Tibet abgeschoben werden sollen,flieht Harrer erneut in Begleitung von Peter Aufschnaiter. Auf dem Wegdurch das zentrale Hochland, auf dem sie sich bei den Nomaden als indischeHändler oder als einfache Pilger ausgeben, gelangen sie im Frühjahr 1946in die tibetische Hauptstadt Lhasa. Trotz des Drucks der britischen Missionwird ihre Anwesenheit nicht nur toleriert, sie werden sogar Angestellteder tibetischen Regierung. Im zweiten Teil des Buchs schildert Harrer Tibetund Lhasa daher stärker aus der Perspektive der Aristokratie und der großenKlöster. Über einflussreiche Gönner lernt er bald die Eltern des Dalai-Lama,einen seiner älteren Brüder und im Herbst 1949 auch den Dalai-Lama persönlichkennen, dem er zuletzt sogar Privatunterricht erteilt. Mit dem Einmarschder chinesischen Volksbefreiungsarmee 1951 und der Flucht Harrers sowiedes Dalai-Lama aus Lhasa endet das Buch. | 