Fotos und Informationen
aus Italien: Kampanien

Königspalast der Bourbonen
Reggia di Caserta

  Bilder und Reiseberichte
  Der Golf von Neapel


Der Palast

Der Königspalast von Caserta
Nicht weit nördlich von  Neapel und dem  Vesuv steht die Bourbonen-Residenz Caserta. Auf den ersten Blick ein zwar riesiger, aber "normaler" Königspalast, erlebt man die Überraschung hinter dem Gebäude: Der an sich schon recht große Schlosspark setzt sich links und rechts eines Wasserlaufs nach Norden fort. Vom Palast aus geht man 2,5 km bis zu einem künstlich angelegten Wasserfall.

Der Schlosspark

Der Schlosspark von Caserta
Diana-Brunnen und Aktaion-Brunnen (Actaeon-Brunnen) in Caserta

Der Diana-Brunnen

Am unteren Ende des in Kaskaden vom Berghang rauschenden Wasserfalls stehen Skulpturengruppen. Der Diana-Brunnen zeigt die Göttin der Jagd, des Mondes und der Geburt, Diana, die auch als Beschützerin der Frauen und Mädchen gilt, mit ihren Gespielinnen oder Jägerinnen. Die Diana der römischen Mythologie hat ihre Entsprechung in der Artemis der griechischen Mythologie. Jagd-Göttin Diana
Der Diana-Brunnen in Caserta Der Diana-Brunnen in Caserta

Der Aktaion-Brunnen (Actaeon-Brunnen)

Aktaion war ein Enkel des griechischen Gottes des Lichts, der Künste und der Heilkunst, Apollon. Sein Vater war dessen Sohn Aristaios, der Gott des Olivenanbaus, der Schafzucht und der Jagd, seine Mutter die Nymphe Kyrene, eine Art Mannweib, die schon mal nebenbei mit bloßen Händen gegen einen Löwen kämpfte. Nachdem er auch noch von dem Kentauren (Zentauren) Cheiron erzogen wurde, ist es kein Wunder, dass aus Aktaion ein großer Jäger und ein Heros der griechischen Mythologie wurde. Leider hat er auf der Jagd die Göttin Diana beim Bade überrascht, weshalb sie ihn in einen Hirsch verwandelte und er von seinen eigenen Hunden zerfleischt wurde. Der Heros Aktaion (Actaeon)
Der Actaeon-Brunnen in Caserta Der Aktaion-Brunnen in Caserta

Diana verwandelt Aktaion in einen Hirschen Die Begleiterinnen der Diana scheinen entsetzt zu sein, was sie mit dem armen Aktaion macht, aber ihre Miene ist hart und unerbittlich. Vielleicht hat er sie auch absichtlich überrascht und war ein Spanner, wer weiß?

Rechts, etwas weiter weg, scheinen die Hunde jedenfalls ihre Belohnung für die Racheaktion zu bekommen.
Schlosspark der Reggia di Caserta

Schlosspark von Caserta vom Beginn des Wasserfalls gesehen Der Schlosspark von Caserta links vom Beginn des Wasserfalls gesehen, rechts vom Schloss aus.

Um das Wasser für die vielen Brunnen und den Wasserfall zu sammeln, wurde im 18. Jahrhundert eine 42 km lange Wasserleitung mit Aquädukten gebaut. Der größte Aquädukt von Luigi Vanvitelli (Karolinischer Aquädukt) ist gut erhalten und gehört mit Schloss und Park zum UNESCO-Welterbe.
Schlosspark von Caserta

Der Schlosspark von Caserta Entlang der Teiche schließen sich weitere Skulpturengruppen an, im Vordergrund der Venusbrunnen. Die Rückseite des Schlosses im Hintergrund war leider mit einem Gerüst und Plastikplanen verstellt. Östlich der Wasserkaskaden lädt ein Englischer Landschaftsgarten zu einem Rundgang ein. Englischer Landschaftsgarten Caserta

Venusbad

Venusbad im Englischen Garten Im Venusbad im Englischen Garten kann man die namensgebende römische Göttin der Liebe, der Erotik und der Schönheit beim Baden antreffen. Wasserfälle und Grotten verführen zum Erkunden.
Venusbad in Caserta Grotten und Wasserfälle

Impressionen aus dem Schlosspark Caserta


Impressionen aus dem Schlosspark Caserta Die Gotische Kapelle Impressionen aus dem Schlosspark Caserta
Impressionen aus dem Schlosspark Caserta Impressionen aus dem Schlosspark Caserta Impressionen aus dem Schlosspark Caserta
Impressionen aus dem Schlosspark Caserta Impressionen aus dem Schlosspark Caserta Tierschädel in einem Pavillon

Klassizismus und Historismus
im Schlosspark Caserta


Historistische Gebäude im Schlosspark Caserta
Impressionen aus dem Schlosspark Caserta Tierschädel in einem Pavillon
Impressionen aus dem Schlosspark Caserta Klassizistische Statue einer Frau
Brunnenwastl

Brunnenwastl

Als Bayer und Oberfranke fiel mir hier sofort die Bezeichnung  Brunnenwastl ein. Der Name Wastl ist neben Bastian eine Kurzform des Namens Sebastian.
Sarg oder Badwanne

Sarg oder Badwanne?

Heute würden wir so eher eine Badewanne bauen, aber es ist wohl eher ein historistischer, symbolischer Sarg, in dem nie eine Leiche lag.

Der Bienengarten, ein Teil des Englischen Gartens

Die Göttin Flora
im Bienengarten


In einer halbrunden Galerie im Bienen-Garten steht Flora, die Göttin der Blüte in der römischen Mythologie. Sie war außerdem zuständig für die Jugend und den Lebensgenusses. Ihr entspricht bei den Griechen der Nymphe Chloris.
Die römische Göttin Flora

Im Königspalast

Den Bau des Königspalasts begann im Jahr 1751 der Bourbonen-König Karl III. von Spanien (Carlo VII. von Neapel und Sizilien) nach den Plänen eines Luigi Vanvitelli und vollendet wurde er unter Karls Sohn Ferdinand. Seine Nachfolger bauten das Schloss und die Innenräume teilweise um und passten sie dem Zeitgeschmack an. Im Saal der Leibwächter, auch Raum des Stucks genannt, findet man Halb- und Vollreliefs mit altrömischen Motiven.

Saal der Leibwächter Raum des Stucks Raum des Stucks in Caserta

Furchteinflößender Engel über einer Wiege In einem Raum steht die Wiege von Viktor Emanuel III. von Savoyen und Prinz von Neapel (1869– 1947), die auf mich eher düster, angsteinflößend und klobig wirkt. Der  Engel, der bei einer Wiege wohl ein Schutzengel sein sollte, sieht eher bedrohlich aus. In seinen Händen hielt er allerdings früher einen Himmel aus dünnem Stoff, mit dem man die Wiege bedecken konnte. Sie wurde gebaut nach Plänen des neapolitanischen Künstlers Domenico Morelli. Die Wiege von Viktor Emanuel III. in Caserta
Die Wiege von Viktor Emanuel III. von Savoyen

Wiege des 1934 geborenen Viktor Emanuel Auch die Wiege eines 1934 geborenen Viktor Emanuel steht im gleichen Raum. Ob es sich dabei um Viktor Emanuel von Savoyen handelt, seinen Enkel, ist mir nicht ganz klar, da dessen Geburtsjahr mit 1937 angegeben wird. Im Stil der älteren Wiege etwas angeglichen, ist sie jedoch wesentlich einfacher gehalten. Entworfen wurde sie von einem "Tomasi". Ob es sich dabei um den italienisch-deutschen Maler Eugenio Tomasi (1873–1969) handelt, konnte ich nicht zweifelsfrei klären. Die Beschriftungen in den Räumen könnten ruhig etwas ausführlicher sein.

Wie bei vielen Königshäusern gibt es auch über diese Familien aus dem Haus Savoyen viele Geschichten und romantische Legenden, deren Wahrheitsgehalt niemand wirklich kennt, und die man auch teilweise im Bereich Verschwörungstheorien ablegen muss. Schon von Viktor Emanuel II. (1820–1878) wird behauptet, dass kurz nach seiner Geburt seine Wiege brannte und bei dem Brand seine Amme ums Leben kam, er aber überlebte. Viele halten das Überleben des Babys unter diesen Umständen für unwahrscheinlich und so wurde weiter behauptet, dass der Prinz durch den Sohn eines Metzgers ersetzt wurde, der dem Kleinkind ähnlich sah. Unterstützt wurde der Volksglaube in der Folgezeit dadurch, dass Viktor Emanuel II. im Lauf der Zeit seinen Eltern in keiner Weise ähnelte, sondern eher wie ein Bauer oder Handwerker aussah.

Auch sein Enkel, Viktor Emanuel III. (1869– 1947), blieb von solchen Vorwürfen nicht verschont. Aufgrund seines andersartigen Aussehens kam das Gerücht auf, dass Königin Margherita 1869 ein Mädchen gebar. Da sie nach der Geburt unfruchtbar war, wäre dieses durch ein männliches Kind ersetzt worden, um den Fortbestand der Dynastie zu gewährleisten. Diese Geschichte wurde genährt von materiellen Unterstützungen Margheritas an ein Mädchen der Gegend und von der überstürzten Reise Viktor Emanuels III. nach dem Tod seiner Frau 1927, vermutlich um vertrauliche Unterlagen verschwinden zu lassen.

Dessen Enkel wiederum, Prinz Viktor Emanuel von Savoyen (1937 - jetzt), scheint recht exzentrisch zu sein, wurde er doch im Jahr 2007 wegen Betrugs, Glücksspiels und Förderung der Prostitution verhaftet, nachdem er eine Schadensersatzklage über 260 Millionen € gegen den italienischen Staat für beschlagnahmte Vermögenswerte ankündigte. Da seine Großmutter von den bayerischen Wittelsbachern abstammte, machen viele die Gene aus Bayern für sein Verhalten verantwortlich.
Quelle: Die Weltwoche, Zürich, Ausgabe 5/2007

Wie auch immer, bei vielen der alten Geschichten ist kaum sicher zu sagen, ob es sich um historische Wahrheiten, romantische Legenden, Intrigen, böswillige Verleumdungen oder gar  Verschwörungstheorien handelt. Einmal in die Welt gesetzt sind sie nicht mehr auszumerzen. Sie sind kein absolut neues Phänomen.

Der Bourbonen-Herrscher Karl III. von Spanien Eine Bronze-Plastik, geschaffen von Vincentius und Julius Foggini 1732, zeigt Karl III. von Spanien hoch zu Ross. Der Bourbonen-König begann 1751 mit dem Bau des Königspalastes von Caserta (Reggia di Caserta).

Muse der Musik Im Raum der Allegorien findet man nicht nur Musen wie die Allegorie der Musik, sondern auch angsteinflößende Kreaturen wie Drachen, die als Symbol des Bösen dienen. In der Antike kämpfen Götter und Heroen gegen Drachen, in christlichen Legenden sind es die Heiligen, die im Drachen das Böse bezwingen. Der  Heilige Georg ist wohl der bekannteste Drachentöter der Kirche. Nicht zu vergessen den Drachentöter Siegfried in der Nibelungen-Sage, dessen Drache wir uns allerdings animalischer und nicht so filigran vorstellen. Bildliche Allegorien sind Symbole für Dinge und Situationen des täglichen Lebens. Drache als Allegorie des Bösen
Der Stil der Fresken erinnert manchmal an die Malereien in Pompeji.




Fotos und Texte © 2017 by  Erwin Purucker







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