Tropfsteine

Tropfsteine Der im Gebirge fallende und versickernde Regen ist mineralienarm und kohlensäurehaltig. In der Humusschicht nimmt das Wasser weitere Säuren auf, z.B. Huminsäuren. Diese bilden sich beim noch nicht vollständigen Abbau von organischem Material in der Humusschicht. Heute sind die Niederschläge zusätzlich mit Säuren belastet, vor allem durch die Verbrennung von Kohle in Kraftwerken oder im Hausbrand. Das saure Wasser löst beim Versickern Kalk aus dem Dolomit. Trifft es auf einen Hohlraum, entweicht Kohlendioxid, wodurch Calciumcarbonat (kohlensaurer Kalk) als Sinter-Kalk abgelagert wird. Die von der Decke hängenden Tropfsteine nennt man Stalaktiten, die von unten wachsenden Stalagmiten. Wachsen beide zusammen, nennt man sie Stalagnaten. Kalk-Sinter-Tropfsteine wachsen sehr langsam. Bei einer Höhe von 1 m nimmt man ein Alter von mindestens 10 000 Jahren an.
Tropfsteine in der Tropfsteinhöhle Tropfsteine gibt es in den verschiedensten Formen. Manchmal wachsen sie korallenähnlich, manchmal sehen sie aus wie ein Renaissance-Turm.
Tropfsteine in der Tropfsteinhöhle Grotte di Toirano Manche wachsen flächig an den Wänden oder bilden Formen, die wie Vorhänge aussehen.
Stalaktiten und Stalagmiten
Bei den braunen Tropfsteinen hat sich wahrscheinlich Eisenoxid (Brauneisen, Limonit) gelöst und dem Kalk beigemengt.
In der Tropfsteinhöhle Grotte di Toirano
Tropfsteinhöhlen im Kalkstein sind die bekanntesten, wie hier bei uns in der  Fränkischen Schweiz, es gibt jedoch auch Tropfsteine aus anderen Materialien, wie hier in alten Bergwerksstollen vollständig aus Brauneisen im
 Besucherbergwerk Fichtelberg im Fichtelgebirge
und im
 Uranbergwerk und Zinnerzgrube Werra bei Weißenstadt.
Die Limonit-Tropfsteine scheinen viel schneller zu wachsen, da diese alten Bergwerke noch keine 100 Jahre stillgelegt sind.