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Der Monumentalfriedhof Staglieno

Der Genueser Stadtbaumeister Carlo Barabino plante nördlich von Genua (italienisch Genova) in einem riesigen hügeligen Gelände eine Stadt der Toten im klassizistischen Stil. Im Jahr 1851 wurde der Friedhof offiziell eröffnet und in den vergangenen 150 Jahren haben sich die besten Stein-Bildhauer hier ausgetobt. Das Geld spielte bei vielen Grabmonumenten offenbar keine Rolle.

Einige Statuen wurden berühmt, wie zum Beispiel der  Engel auf dem  Grabmal der Familie Oneto. Obwohl vor allem die Darstellung des Gesichts und die Gestik fast modern wirken, schuf ihn der italienische Bildhauer Giulio Monteverde schon im Jahr 1882 im Stil des bürgerlichen Realismus, wie er Ende des 19. Jahrhunderts als Gegengewicht zum verspielten Historismus üblich war.
Engel auf dem Grab der Familie Oneto

Monumentalfriedhof Staglieno bei Genua Der Friedhof wurde für 60 000 Verstorbene geplant. Manche Grabkapellen übertreffen die Kirche einer kleinen Stadt. Etwas erhöht steht ein Pantheon (Capella dei Suffragi), ein Heiligtum für alle Götter. Der amerikanische Schriftsteller  Mark Twain besuchte den Friedhof 1869 und schrieb "an die Grabmäler und Bildwerke, die vorzüglich gearbeitet und voller Schönheit sind, werden wir uns noch erinnern, wenn wir die Paläste Genuas schon längst vergessen haben". Cimitero di Staglieno Genova
Pantheon auf dem Friedhof Staglieno bei Genua

Friedhof Staglieno Genova Mehrere Abteilungen bieten die verschiedensten Bestattungsformen. Tiefgräber für Erdbestattungen ebenso wie Grüfte, Mausoleen und Urnenwände. Die weltoffene Hafenstadt Genua gestattete auch Ausländern und Nichtkatholiken, sich hier begraben zu lassen. So entstanden ein jüdischer, ein protestantischer, ein orthodoxer und ein englischer Friedhof und sogar eine kleine islamische Abteilung, was die große Vielfalt des ca. einen Quadratkilometer großen Geländes ausmacht. Friedhof Staglieno in Ligurien

Engelsstatue Engelsstatuen sind auf dem Friedhof allgegenwärtig.
Mal mahnen sie zur Ruhe, mal spenden sie Trost.
Friedhofsengel Tröstender Engel stoppt die Hinterbliebenen

Lebensechte Skulpturen ganzer Szenen Beeindruckend sind die lebensechten Skulpturen ganzer Szenen in Marmor gehauen. Sterbeszene in Marmor

Skulptur mit erotischer Ausstrahlung Viele Skulpturen bzw. Statuen haben ausgesprochen erotische Ausstrahlung. Trauerndes Mädchen
Statue mit erotischer Ausstrahlung

Trauernder Engel mit Urne Engel tröstet trauernde Frau Gevatter Tod holt eine junge Frau Trauernder am Totenbett des Vaters
Trauernder Engel
mit Urne
Ein Engel tröstet
eine trauernde Frau
Gevatter Tod
holt eine junge Frau
Trauernder am Totenbett
des Vaters

Nussverkäuferin auf dem Friedhof Staglieno Genua Gräber und Grüfte mit Marmorstatuen stammen vor allem von reichen Genueser Kaufleuten, nur sie konnten sich so etwas leisten. Diese Frau wurde berühmt, da sie nur eine einfache Nussverkäuferin in Genua war. Ein Leben lang sparte sie, was sie mit dem Verkauf von Nüssen und Brötchen verdiente, um sich hier in Staglieno eine Marmorstatue leisten zu können. Die Skulptur zeigt sie lebensecht und in der typischen Tracht ihrer Gesellschaftsschicht. Sie starb im Jahr 1881.

Dass die meisten Statuen auf dem Friedhof dringend gereinigt und konserviert werden müssten, wissen sicherlich auch die Genueser. Angesichts der großen Zahl ist dies jedoch eine Mammutaufgabe, für die einfach die Mittel fehlen.
Kolonnaden auf dem Friedhof Staglieno Genua



Im Genueser Stadtteil Pegli Im genueser Stadtteil Pegli findet man auf verschlungenen und geheimnisvollen Wegen die

Villa Durazzo Pallavicini.

Sie besitzt einen herrlichen Park, der jedoch angeblich wegen Bauarbeiten geschlossen war. Von "Arbeiten" war jedoch weit und breit nichts zu sehen.
Stadtteil Pegli, Genova
Genua, im Stadtteil Pegli

Archäologisches Museum Liguriens

In der Villa Durazzo Pallavicini ist das Ligurische Archäologische Museum untergebracht. Berühmt wurden die palaeolithischen Knochenfunde aus der Caverna delle Arene Candide bei Finale Ligure in der Provinz Savona. Unten zwei Skelette, ein Mann und ein Kind aus der Altsteinzeit, dem Paläolithikum. Sie starben vor ca. 23 000 Jahren.
Paläolithische Beisetzungen aus der Caverna delle Arene Candide
In einigen Gräbern fand man auch Grabbeigaben:
Anhänger aus Mammut-Elfenbein Frauen-Statuetten Muster-Stempel für Terrakotta-Arbeiten
Anhänger eines Armbandes
aus Mammut-Elfenbein
Frauen-Statuetten
 
Muster-Stempel
für Terrakotta-Arbeiten

Skelett einer Frau aus dem Neolithikum, der Jungsteinzeit Schädel eines Neandertalers Schädel eines Homo Sapiens
Das Skelett einer Frau aus dem Neolithikum, der Jungsteinzeit. Sie starb vor ca. 6500 Jahren. Zum direkten Vergleich stehen der Schädel eines  Neandertalers (Homo neanderthalensis) und eines Homo sapiens nebeneinander. Auffallend sind die hohe Stirn des modernen Menschen und die starken Augenwülste des Neandertalers.

Während weiter südlich in  Populonia in der  Toskana die Eisengewinnung im Mittelpunkt stand,
gewann man hier aus dem Mineral Malachit (Kupfercarbonat) Kupfer.
Mineralien in Ligurien: Malachit Rekonstruktion eines Kupfer-Schmelzofens
Kupfermineral Malachit Rekonstruierter Schmelzofen für Kupfer

Kassiterit (Cassiterit, Zinnstein) Auch Zinn wurde hier schon im 2. Jahrtausend vor Christus gewonnen. Meist aus dem Mineral Kassiterit (Cassiterit, Zinnstein).

Viel später, im Mittelalter, war übrigens der Bergbau auf Zinn auch bei uns im  Fichtelgebirge von großer Bedeutung.
Gefäß aus Alabaster
Dieses Gefäß aus Alabaster aus dem 4. Jahrhundert vor Christus fand man als Grabbeigabe. Sie stammt wahrscheinlich aus den Ländern am östlichen Mittelmeer.

Zerberus (Cerberus, Kerberos) Skulptur Bemerkenswert ist auch die Skulptur eines Zerberus (Cerberus, Kerberos) aus Marmor. Der mehrköpfige Höllenhund, der den Eingang zur Unterwelt bewacht, erscheint in der griechischen Mythologie, aber auch die Etrusker kannten ihn. Die Figur stammt aus dem 1. Jahrhundert vor Christus. Trinkschale aus Keramik als Grabbeigabe
Diese Trinkschale aus Keramik als Grabbeigabe in einem Grab aus dem 3. Jahrhundert vor Christus trägt vier kleine Stempeleindrücke.
Leider waren die Beschriftungen in dem doch recht bedeutenden Museum nur in italienischer Sprache. Die Villa Durazzo Pallavicini in Genua mit ihrer Parkanlage hätte etwas mehr Beachtung verdient, aber auch etwas mehr Pflege.

Der Hafen Porto Antico

Sehr bekannt in Genua ist der Hafen Porto Antico mit dem Panorama-Aufzug (Aussichts-Aufzug) Bigo, entworfen von Renzo Piano als auffallende achtarmige kranartige Konstruktion. Weiterhin der Palast Palazzo San Giorgio, ursprünglich erbaut im Jahr 1260 und eindrucksvoll renoviert. Weiterhin das große Aquarium mit Süßwasser und Salzwasserbassins, aber auch verschiedenen Biosphären mit Kolibris und anderen Tieren.
Palast Palazzo San Giorgio
Panorama-Aufzug (Aussichts-Aufzug) im Hafen von Genua Aquarium Genua







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