Fotos und Informationen:

Mödlareuth - Das geteilte Dorf (Klein-Berlin)

Mödlareuth
Klein-Berlin

Früher "Geteiltes Dorf"
Heute Deutsch-Deutsches Freilicht-Museum

Alte und neue Bilder von der Grenze
zwischen Bayern und Thüringen
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Mödlareuth lag schon immer diesseits und jenseits einer Grenze, die der Tannbach bildet. Seit dem 16. Jahrhundert gehörte die nördliche Dorfhälfte zur Grafschaft Reuß-Schleiz und die südliche zur Markgrafschaft Bayreuth. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde daraus die Grenze zwischen dem Fürstentum Reuß im Norden und dem Königreich Bayern im Süden. Die Grenze hatte allerdings meist nur wirtschaftliche Bedeutung, entschied sie doch darüber, an wen die Abgaben zu leisten waren. Die Volksgruppen vermischten sich und es gibt viele verwandschaftliche Beziehungen. Auch zwei Brüder wurden getrennt, die sich zwar jederzeit sehen, aber nicht besuchen oder sprechen konnten. Heute gehört die Nordhälfte zum Bundesland Thüringen, die Südhälfte zum Freistaat Bayern. Mödlareuth - Das geteilte Dorf

Mödlareuth - Obere Mühle

Rest der Oberen Mühle in Mödlareuth
Abriss der Oberen Mühle in Mödlareuth - Ausschnitt eines Fotos im Deutsch-Deutschen Museum Mödlareuth

Grenznahe Gebäude wurden geräumt und abgerissen. Die Bewohner der Oberen Mühle in Mödlareuth konnten sich gerade noch durch einen Sprung aus den Fenstern vor der Deportierung retten.

Heute steht von der Mühle nur noch ein Stück Mauer.

Mödlareuth 1952 Mödlareuth - Bau des Bretterzauns War 1952 das Überschreiten der Grenze am Anfang noch möglich, trennte die DDR den bayerischen und den thüringischen Teil Mödlareuths in diesem Jahr durch einen Bretterzaun und Stacheldraht.

1966 wurde die Betonsperrmauer gebaut, um jeglichen Kontakt der DDR-Bevölkerung mit der imperialistischen und dekadenten BRD zu verhindern.
Geteiltes Dorf Mödlareuth 1956 - Stacheldraht Mödlareuth - Bau der Betonsperrmauer 1966

Mödlareuth - Abriss der Betonsperrmauer Zur Grenzöffnung 1989 wurde eine Lücke in die Betonsperrmauer gebrochen, die für kurze Zeit zum Grenzübergang wurde, dann eine ganz normale Gemeindestraße in Mödlareuth von Bayern nach Thüringen.

Am 9. Dezember 1989 feierten die Mödlareuther die Wiedervereinigung.
Mödlareuth - Feier zur Grenzöffnung


Deutsch-Deutsches Museum Mödlareuth

Deutsch-Deutsches Museum Mödlareuth Heute befindet sich in Mödlareuth das Deutsch-Deutsche Museum, welches teilweise als Freilicht-Museum angelegt ist und anschaulich die ehemaligen Sperranlagen und Ausrüstungsgegenstände beider Seiten zeigt und über die verhängnisvolle politische Entwicklung informiert. Beobachtungsturm in Mödlareuth

Metallgitterzaun mit Stacheldraht Die Betonsperrmauern aus Fertigbeton-Teilen wurden früher mit einem Stacheldrahtgestell, später mit einem Rohr gekrönt, um ein Übersteigen zu erschweren. Betonsperrmauer in Mödlareuth Betonsperrmauer mit Beobachtungsturm in Mödlareuth

Hundelaufanlage An manchen Stellen wurden Hundelaufanlagen eingesetzt. Die Hundeleine war beweglich an einem Stahlseil befestigt, so dass ein Hund einen relativ großen Bereich überwachen konnte. Wie effektiv diese waren, darüber gibt es widersprüchliche Aussagen, in der DDR soll das Rattengift sehr billig gewesen sein...

Alter Panzer im Deutsch-Deutschen Museum Mödlareuth Auch einige Relikte des Kalten Krieges wie dieser Panzer und der Hubschrauber befinden sich im Freilichtteil des Museums. Alter Hubschrauber im Deutsch-Deutschen Museum Mödlareuth

Zwei Exemplare des legendären Grenz-Trabants stehen im Museum
und vor der Tür wartet ein NVA-Grenzsoldat mit der
in aller Welt beliebten und gefürchteten Kalaschnikow.
NVA-Grenzsoldat mit Kalaschnikow
Grenz-Trabant im Deutsch-Deutschen Museum Mödlareuth

Ebenfalls vor der Tür steht ein Gerät auf Schienen, dessen Funktion sich einem nicht gleich erschließt: Es ist eine bewegliche Straßensperre, die ähnlich einer Schranke funktioniert. Da Schranken vertikal bewegt werden müssen, ist es aufwändig, sie so stabil zu bauen, dass sie auch von schweren Fahrzeugen nicht durchbrochen werden können. So wurde statt dessen diese stählerne Straßensperre hin und her gerollt. Dieses Gerät war natürlich nicht in Mödlareuth im Einsatz, hier war die Grenze ja "dicht". Bewegliche Straßensperre





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